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Kommentar zu Erzbischof Meisners Familienstatement

“Das Ideal im Sinne des Kindes [und für die Entwicklung der eigenen geschlechtlichen Identität] bleibe die Familie als Beziehung zwischen Vater, Mutter und Kind.” Meisner bleibt mit seiner Meinung “gegen ein Adoptionsrecht für alle” das letzte Wort im Artikel des Christlichen Medienmagazins pro.

Ich bin auch gegen ein Adoptionsrecht für alle. Beispielsweise gegen ein Adoptionsrecht für gewalttätige, empathieunfähige, traumatisierte o.ä. Familien, die trotz dieser schlechten Voraussetzungen und mit welcher Motivation auch immer Kinder bei sich aufnehmen, Pflegefamilie oder Familie sind.

Soll man da jetzt sagen: “Hauptsache Hetero!”, damit wenigstens die geschlechtliche Identität entwickelt werden kann? Wird die denn in heterosexuellen Familien, in denen der Mann die Frau unterdrückt, oder die Frau den Mann zum Bügeln zwingt “richtig” entwickelt? Was heißt das überhaupt? Es gibt doch nicht DIE heterosexuelle Familie, genausowenig wie DIE homosexuelle Familie. In manchen homosexuellen Lebengemeinschaften würde ich ja fast davon ausgehen, dass Geschlechterrollen stärker ausgelebt werden als in so mancher links liberalen Heterofamilie.

Und was bitte ist denn noch das Eigene, Individuelle an der “Entwicklung der geschlechtlichen Identität”, wenn wir sie anscheinend so starr normieren, dass nicht jeder reinpasst. Und nicht zuletzt: Ist sie so wahnsinnig wichtig, wie Meisner meint?

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