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Fingerübungen

Die werden eigentlich im Anschluss gelöscht, die Fingerübungen, wenn man weiß, wohin die Reise diesmal geht. Da stehen dann nur so Sachen drin,

wie:

… heute gibt es Bolognese, brodelnd wartet sie aufs Abendbrot. Beziehungsweise auf die Nudeln – um sie zu besudeln.

Oder:

… boys gotta be boys. Laut. Roh. Ein bisschen muffig. Waschverweigerer. Und der Bass ::BUMM::BUMM::BUMM::BUMM:: außer bei Prince oder Symbol oder The Artist Formerly Known As Prince und dann doch wieder Prince. Das ist grade das Ding der Stunde. Und Heino. Das erste Zeichen aufkeimender Zartheit? Man hofft…

Oder:

„The dots will connect down the road. “ Hat der Steve Jobs gesagt und das ist ja nicht einmal wahnsinnig neu. Vorwärts lebt sich’s, rückwärts versteht sich’s. Wussten das nicht schon die alten Römer?

Oder:

Ja klar, du kannst mich gern auf mein Äußeres reduzieren, das ist dein gutes Recht, aber dann bist du für mich genauso wenig interessant, wie ich für dich. Schade, vielleicht hätten wir uns was beibringen können.

Oder:

Wir müssen mal über Menschenrechte nachdenken. Also über Rechte, die man allein aufgrund seines Menschseins hat. Und über Wasser. Ich versteh da was Grundsätzliches nicht. Zu wie viel Prozent besteht der menschliche Körper aus Wasser? Und würde die Abwesenheit von Wasser das Menschsein etwa nicht verunmöglichen? Wie kommt man bloß auf solche Ideen?

Oder:

Der Frühling hat nur angetäuscht, war ja klar. Ist jedes Jahr so und trotzdem lässt man sich jedes Jahr leimen. Ist das noch gesundes Urvertrauen oder schon doof?

Oder:

Ach, Politik. Ich kann diese Typen und Tanten kaum mehr ertragen. Politikverdrossenheit hat nicht immer was mit Dummheit zu tun, zumindest würde ich in meinem Fall gerne dafür plädieren. Das ist was anderes. Das hat mit plötzlichem Grinsen zu tun, bei dem die Augen nicht mitmachen, nachdem die Kamera hinten in der Ecke entdeckt wurde und mit betont beiläufig forschenden Blicken auf Senderlogos und stümperhafte aber sofortige Anpassung der gesamten Physis … je nach Kanal. Insofern ist der Steinbrück eine nette Abwechslung. Analytisch, nicht politisch. Medienberatungsresistenz bringt die vollendete Hohlfrucht zum Vorschein. Daher kommt die Verdrossenheit: Man weiß, dass hinter dem Flirt kein echtes Interesse steckt und muss die Nase rümpfen, wenn einer das Flirten lässt. Vielleicht ist’s auch Medienverdrossenheit, aber wer will da schon kleinlich sein?

 

Aber diesmal geht die Reise wohl nirgends hin. Liegt ja auch Schnee, da fährt eh keine Bahn.

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