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Geht ‘ne Frau in ‘ne Bar…

Wenn ein Mann sagt, eine Gruppe Frauen, mit der er unfreiwillig zusammenarbeiten muss, bestünde aus Amazonen, ist das schon Sexismus? Ich kann nicht anders, mir stößt das auf. Darauf angesprochen (schlicht: Wie meinst du das?), sagt der Mann, er sei doch da die Minderheit und dazu doch noch ausgesprochen androgyn (entlarvend defensiv), macht es die Sache nicht besser. Impliziert es doch, dass der Mann als Minderheit in solch harmlosem Kontext etwas Ungewöhnliches sei (leider wahr), was den Mann allein dadurch zur heimlichen Gegenwehr berechtigt (leider auch wahr). Dabei geht es dem Mann gar nicht darum, dass er unfair oder gar unangemessen behandelt wird – nein, ihm gefällt einfach die „Umständlichkeit“ nicht, das Zögerliche, die vielen Diskussionen um scheinbar Nichts. Außerdem seien Amazonen ja gute und starke Kriegerfrauen, viel stärker als Männer und damit besonders großartig, fügt er schnell hinzu, als die Zornesfalte zwischen meinen Augen immer tiefere Furchen schlägt. Auch das vermag mich nicht zu versöhnen, wiederspricht es doch allem, was er vorher über die Damen gesagt hat: umständlich, zögerlich, entscheidungsunfähig.

Denn eigentlich geht es um die scheinbar einzig relevante Währung im zwischengeschlechtlichen Schlachtfeld: Macht. Machterhalt und Machtverlust, um genauer zu sein und um der Dynamik solcher Geschichten gerecht zu werden. Und solange das so ist, wird und kann sich nichts ändern.

Mich nervt das.

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